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ie Zerg würden bald eindringen. Sie rissen an der Tür, den Wänden, der Decke. Erekul spürte, wie die anderen Hohen Templer, seine Brüder und Schwestern, kämpften, wie sie starben. Ihm wertvolle Sekunden schenkten. Er schloss die Augen; die Khala pulsierte in ihm. Die kollektiven Gedanken und Gefühle seines Volks waren erfüllt von Chaos, Schrecken und Schmerz.Die Zerg hatten die Kontrolle über Erekuls geliebten Heimatplaneten Aiur gewonnen. Die Invasoren hielten sich sehr wahrscheinlich für übermächtig; sie ahnten nicht, dass der Kampf noch lange nicht vorüber war. Erekul bewegte sich durch die dunkle Kammer zu der Konsole, seine Hände wurden in ihr sanftes blaues Licht getaucht. Ruhig und gelassen gab er den Code ein. Hinter ihm begann die Tür zu beben.
Am Rande des den Protoss bekannten Universums wurde das Signal empfangen und aufgezeichnet. Lange ruhende Kristalle begannen zu glühen; Energiebrunnen öffneten sich und ließen die Kraft wieder fließen.
Erekul wendete sich um, als die Tür schließlich nachgab. Zwei Hohe Templer, bereits tot, flogen durch den Raum und prallten an die gegenüberliegende Wand. Eine Masse braunen und grauen Fleisches ergoss sich in den Raum: schnelle, kleine Zerglinge – kaum mehr als geifernde Mäuler. Als nächstes kamen Hydralisken, größere Kreaturen, sie strotzten vor Stacheln und Aggressivität. Erekuls Augen glühten eisblau und er senkte den Kopf, als er seine Psi-Energie sammelte. Sie stürzten auf ihn zu, ein rasender Wirbelwind aus Hass. Er breitete schnell die Arme aus und ließ die Energie strömen. Die Zerg wanden sich, ihre Körper wurden gebrochen und auseinandergerissen. Weitere strömten durch die Tür, verstopften sie mit ihrer schieren Masse. Erekul konzentrierte seine Psi-Energie auf den größten der geifernden Hydralisken und sprengte dessen Hirn. Noch mehr Zerg ergossen sich in den Raum, krochen über den zuckenden Hydralisken, zähnefletschend. Sie umringten ihn. Erekul hatte sich vollkommen verausgabt – es würde keinen weiteren Psi-Sturm geben. Mit einem innerlichen Schrei, geboren aus Wut und Stolz, stürzte er sich auf die Zerg und nutzte seine Hände als Waffen. Zähne und Stacheln bohrten sich in sein Fleisch, Zerglinge und Hydralisken begruben ihn unter sich, bis nichts mehr übrig war.
Juras öffnete Augen, die seit Jahrhunderten nichts gesehen hatten. Die Techniker hatten ihm angekündigt, dass das Erwachen aus der Stasis kein angenehmes Erlebnis werden würde. Sie hatten gelogen – es war weit mehr als das, einfach entsetzlich.
Juras öffnete Augen, die seit Jahrhunderten nichts gesehen hatten. Die Techniker hatten ihm angekündigt, dass das Erwachen aus der Stasis kein angenehmes Erlebnis werden würde. Sie hatten gelogen – es war weit mehr als das, einfach entsetzlich. Seine Haut, seine Augen, sämtliche Nervenstränge schmerzten. Er stolperte aus dem Aufwachraum und schirmte seine Augen vor dem sanften Licht auf der Brücke der Moratun ab.
Er hatte nur geweckt werden sollen, wenn sein Schiff auf Anzeichen intelligenten Lebens stieß. Dies war der Augenblick, von dem Juras geträumt hatte, seit er dieses enorme Raumschiff entworfen hatte. Kontakt mit einer vernunftbegabten, fremdartigen Intelligenz würde den Protoss ein weiteres goldenes Zeitalter bescheren, würde eine Renaissance von Kunst und Kultur einläuten. Und Juras würde all das miterleben.
Er bewegte sich vorsichtig zur Hauptkontrollkonsole und studierte die Anzeige. Das Schiff war in Bewegung, die Schilde lagen bei voller Stärke, Waffen waren bereit. Juras hatte die Mutterschiffe als friedliche Forschungsschiffe entworfen, doch der Weltraum war kein ungefährlicher Ort und die riesigen Schiffe waren gut gepanzert und abgeschirmt. Sie waren außerdem mit den tödlichsten Waffen ausgerüstet, die die Protoss je entwickelt hatten. Juras hatte der Integration von Waffen widersprochen, doch die Templerkaste hatte darauf bestanden. Die Templer hatten sogar einige der Schiffe zu Anführern ganzer Flotten umfunktioniert. Doch seinen geliebten Prototyp, die Moratun, hatte Juras für die Erforschung des Alls zurückbehalten.
Er war sich sicher, dass die Waffen niemals eingesetzt werden müssten; es war ihm vollkommen unmöglich, sich vorzustellen, dass eine Spezies die interplanetare Fortbewegung entwickelte, solange sie nicht von dem Antrieb beseelt war, Kontakt zu anderen Wesen herzustellen, zu verstehen, zu teilen, zu lernen.
Und die Protoss durften niemals ihre alten Fehler wiederholen. Juras hielt sich dieses Gebot gedanklich erneut vor Augen: Die Protoss würden niemals ihre alten Fehler wiederholen.
Er berührte die Konsole. In einem Augenblick würde er die erste Kontaktaufnahme einer fremden Spezies zu sehen bekommen. Als die Mitteilung auftauchte, zerfurchte sich seine Stirn. Es war eine einfache Signalfolge, gesendet an alle Mutterschiffe im Ruhezustand: „Kehrt heim. Wir sind verloren.“
Furcht breitete sich in Juras' Brust aus. Instinktiv spürte er der Khala nach und vernahm das vertraute Gefühl der Berührung – sein Volk war irgendwo dort draußen.
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Er schloss die Augen, eins mit seinem Schiff, das durch das Dunkel glitt. Obwohl er ein Entdecker und die Einsamkeit gewöhnt war, wäre es sicherlich angenehm, in die ruhige, warme Umarmung seines Volkes zurückzukehren. Er nahm eine Meditationshaltung ein. Juras war besorgt darüber, was er am Ende seiner Reise vorfinden würde, doch die Sorge wurde aufgefangen von ruhiger Gelassenheit. Sein Volk war das der Erstgeborenen: Sie hatten die Khala und sie hatten die Konklave. Alle Schwierigkeiten konnten bezwungen werden.
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ie Zerg würden bald eindringen. Sie rissen an der Tür, den Wänden, der Decke. Erekul spürte, wie die anderen Hohen Templer, seine Brüder und Schwestern, kämpften, wie sie starben. Ihm wertvolle Sekunden schenkten. Er schloss die Augen; die Khala pulsierte in ihm. Die kollektiven Gedanken und Gefühle seines Volks waren erfüllt von Chaos, Schrecken und Schmerz.Juras Gedanken wanderten, sie verfolgten die Pfade seiner vielen Erinnerungen. Er hörte psionische Schreie, sah einen Lichtblitz. Die Kalathi hatten sich im Morgengrauen versammelt, zwei große Armeen, die sich gegenseitig vernichten wollten. Forscher der Protoss hatten die junge Spezies aus einer Anlage heraus beobachtet, geschützt durch ihre Schilde.
Juras hörte seine eigene Stimme, die die verhängnisvollen Worte sprach: „Wir müssen sie aufhalten, Exekutor. Sie sind wie Kinder; wir sollten unsere Waffe nutzen, um sie einzuschüchtern und zur Aufgabe zu zwingen. Wir können nicht einfach zusehen, wie sie einander zerstören.“
Juras zuckte innerlich zusammen. An dies wollte er sich nicht erinnern.
Der Marsch durch eine zerstörte Stadt. Verschobene Steinplatten, Leichen der Kalathi überall. Gesplitterte Knochen, die in unmöglichen Winkeln hervorragten, herabhängendes, zerrissenes Fleisch, Blut, das aus jungen wie alten, männlichen wie weiblichen Körpern rann. Alle tot.
Der Marsch durch eine zerstörte Stadt. Verschobene Steinplatten, Leichen der Kalathi überall. Gesplitterte Knochen, die in unmöglichen Winkeln hervorragten, herabhängendes, zerrissenes Fleisch, Blut, das aus jungen wie alten, männlichen wie weiblichen Körpern rann. Alle tot. Der Exekutor hatte in der Tat eine mächtige Waffe zur Warnung eingesetzt, doch die Kalathi hatten nicht von ihrem Tun abgelassen. Sie hatten sich stattdessen gegen die Forscher der Protoss gewendet. Bluthäscher der Kalathi hatten die Schilde angegriffen, rasend vor Blutdurst. In der Unterzahl und eingekesselt hatten die Protoss ihre mächtige Waffe eingesetzt und die Kalathi waren gestorben. Die Krise begann hier. Die Kalathi griffen die Protoss seither bei jeder sich bietenden Gelegenheit an. Ein richtiger Krieg brach aus, Kolosse wurden eingesetzt. Am Ende gab es hunderttausende Tote unter den Kalathi.
Später war Juras allein durch die Hauptstadt der Kalathi gewandert, ließ die Eindrücke des Todes, der gewaltsam beendeten Leben sich tief in sein Gemüt brennen. Er würde es niemals vergessen: Die Protoss hatten eine fürchterliche Waffe gegen eine andere intelligente Spezies eingesetzt.
Eine Waffe, die Juras erschaffen hatte.
Er wurde durch ein durchdringendes Piepen aus seinen Betrachtungen gerissen. Die Moratun hatte für eine Kurskorrektur in ein anderes System gewarpt und dort einen Außenposten der Protoss entdeckt. Er war noch immer recht weit von Aiur entfernt und es schien eine gute Idee, einige Artgenossen aufzunehmen, die das Schiff bemannen konnten. Für einfache Warps konnte er das Schiff allein steuern, doch jedes komplexere Manöver erforderte eine Crew.
Juras übernahm die manuelle Kontrolle über das Schiff und lenkte es hinab in die Atmosphäre des Planeten Samiku. Er war lange Zeit in Stasis gewesen; wie stark würden die heutigen Protoss sich von ihm unterscheiden?
Martul sprang durch die Luft. Stacheln kamen auf sie zu: ein Hydralisk. Sie wirbelte herum, Nervenstränge spannten sich und ihre Klingen schnellten hervor, direkt in den Unterleib des Hydralisken. Mit einem blauen Streich glitt die Klinge durch das Fleisch und um sie herum explodierte violette Körperflüssigkeit. Sie landete auf einem Knie, duckte sich unter den Stacheln hinweg, die, wie sie genau wusste, von beiden Seiten auf sie zukamen, und machte eine Rolle vorwärts auf das nächste Biest zu. Überall um sie herum wehrten ihre Berserker die unerbittlichen Zerg ab.
Sie konnten das nicht mehr lange durchhalten.
Martul und ihre Kameraden hatten vor kurzem alle einen Wandel in der Khala wahrgenommen; ein merkwürdiges und besorgniserregendes Gefühl. Und die versprochene Verstärkung von Aiur war ausgeblieben. Diese beiden Fakten zusammen machten Martul große Sorgen. Auf dem rückständigen Planeten Samiku gab es nichts, was einen Kampf lohnte, und Martul hätte mit Freuden die Evakuierung eingeleitet. Doch es sah nicht so aus, als gäbe es dafür bald die Gelegenheit.
Links von ihr versank Xulata in einem Haufen von Zerglingen, seine Klingen in ständiger Bewegung. Die Zerglinge wimmelten, und er war verschwunden. Martul kam auf die Füße, sie streckte ihre Klingen zu beiden Seiten aus, als zwei Zerglinge auf sie zusprangen, so dass diese sich selbst aufspießten und vor ihr zu Boden fielen. Ihre Schilde stotterten und gaben die üblichen verräterischen Funken ab. Sie würden bald versagen.
Sie fühlte eine Vibration unter ihren Füßen und drei Hydralisken barsten in einem Regen aus Dreck nur wenige Meter entfernt aus dem Boden. Sie hob ihre Klingen und trat einen Schritt zurück. Die Hydralisken interpretierten dies als ein Zeichen von Furcht und rauschten mit bebenden Beißwerkzeugen auf sie zu. Die beiden Berserker, die von den Flanken auf sie losgingen, nahmen sie nicht wahr. Es dauerte nur einen kurzen Augenblick, dann lagen die beiden Hydralisken verendet und zuckend vor ihr. Martul sprang auf den dritten los, sie machte einen leichtfüßigen Satz auf einen enormen sichelartigen Arm und schleuderte sich selbst in die Höhe, noch über das triefende Maul hinaus. Als sie über seinen Kopf hinweg glitt, stach sie ihre Klingen hinab und teilte den Schädel entzwei. Sie landete elegant hinter dem stürzenden Hydralisken und sackte dann in sich zusammen. An der Seite ihres Beines zog sich eine Wunde entlang, die bis tief in das Muskelgewebe vordrang. Sie kämpfte sich wieder auf die Beine, während sich eine neue Welle von Zerglingen über den Horizont ergoss.
Die Luft kühlte ab, ein Schatten legte sich auf sie. Der Himmel war plötzlich verdeckt von einer gigantischen Scheibe mit drei metallischen Flügeln. Ein gold-blaues Ding, es schimmerte mit dem typischen Glühen von Schilden. Martul kannte jeden Schiffs- und Fahrzeugtyp, der dem Militär der Protoss zur Verfügung stand, und dies hier war etwas völlig anderes. Es strotzte vor Waffen und bewegte sich langsam vorwärts, lautlos und in einer perfekten Rotationsbewegung.
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ie Zerg würden bald eindringen. Sie rissen an der Tür, den Wänden, der Decke. Erekul spürte, wie die anderen Hohen Templer, seine Brüder und Schwestern, kämpften, wie sie starben. Ihm wertvolle Sekunden schenkten. Er schloss die Augen; die Khala pulsierte in ihm. Die kollektiven Gedanken und Gefühle seines Volks waren erfüllt von Chaos, Schrecken und Schmerz.Juras beobachtete die Ereignisse mit Entsetzen.
Die Anzeigen illustrierten die Zerstörung am Boden ohne Beschönigung. Berserker der Protoss lagen tot über das Schlachtfeld aus Kratern und Trümmern verstreut. Eine kleine Gruppe von ihnen befand sich zusammengedrängt auf einem Hügel und bekämpfte ... eine fremde, intelligente Lebensform. Die Wesen waren unglaublich vielgestaltig – in einem solchen Maße, dass Juras unverzüglich zu dem Schluss kam, dass sie ihre eigene Spezies stetig um andere erweitern mussten, die sie sich einverleibten. Und was noch wichtiger war: Er konnte ihre Absichten spüren. Gedankenloser Hunger überspülte ihn: ein Begehren, alles und jeden zu vertilgen oder zu assimilieren. Sie waren selbstverständlich in ein kollektives Bewusstsein eingebunden. Die Kreaturen auf dem Hügel waren recht einfache Organismen, die unter einer intelligenteren Führung stehen sollten.
Doch ihre Bewegungen und ihr Kampfstil waren planlos, sie griffen einander genauso an wie die Protoss. Es schien, als hätte das Bewusstsein, das sie führte, sie im Stich gelassen.
Offensichtlich waren die Protoss auf eine fremde Rasse gestoßen, während Juras geschlafen hatte. Und das Ergebnis war ein Blutbad.
Offensichtlich waren die Protoss auf eine fremde Rasse gestoßen, während Juras geschlafen hatte. Und das Ergebnis war ein Blutbad.
Blut und Wundsekret vermischten sich; neben verbranntem Schutt ragten Fleischfetzen und Knochen aus dem Dreck. Licht wurde gleichermaßen von den Schilden der Protoss und den Klauen der Aliens reflektiert. Wieder einmal wurden die Waffen der Protoss gegen eine fremde Spezies eingesetzt.
Juras sah sich selbst auf seinem Gang durch eine verwüstete Stadt, vorbei an den versengten Körpern der Kalathi.
Es darf nicht noch einmal geschehen.
Juras manövrierte das Schiff über das Schlachtfeld und hüllte es komplett in Schatten. Ein unheimlicher Moment der Ruhe senkte sich über die Kämpfer beider Seiten, die den Blick nun nach oben wandten. Schweigen. Dann war der Augenblick vorüber, die Aliens gingen erneut zum rasenden Angriff über. Durch einen Nebel von Pein konnte Juras die psionischen Schreie jedes sterbenden Berserkers vernehmen. Diese Schreie waren es, die ihn letzten Endes wieder in Bewegung versetzten – er schickte seine Gedanken aus zu den Protoss unter ihm.
Die Antwort erfolgte unverzüglich und ungeschliffen: „Ich bin Commander Martul. Ihr seid Juras. Aber wo kommt Ihr her, und warum seid Ihr hier?“
„Ich bin auf Forschungsreise“, antwortete er. „Wie kam es zu diesen Feindseligkeiten? Konntet Ihr die Begegnung mit diesen Kreaturen nicht einfach vermeiden?“
„Seid Ihr wahnsinnig? Wenn Ihr Waffen besitzt, setzt sie ein!“
„Die Waffen dieses Schiffs dienen der Selbstverteidigung.“
„Wir sind umzingelt. Entweder die Zerg sterben – oder wir.“
Juras sah, dass sie Recht hatte. Er konnte seine Artgenossen nicht ihrem Schicksal überlassen. Und die Kreaturen dort unten waren von ihrem Anführer abgeschnitten – vielleicht wäre es eine Gnade, ihr Leben zu beenden. Mit bebenden Fingern aktivierte Juras den Khaydarin-Kristall der Moratun und richtete die Energiestrahlen aus. Ein Summen erfüllte das Schlachtfeld, als die Moleküle der Luft ionisiert wurden. Sämtliches Licht schien zu verschwinden, nur um sich von der Unterseite des Schiffs erneut Bahn zu brechen.
Juras spürte die Freude der Berserker, als sie sahen, wie ihre Feinde desintegriert wurden, und diese Freude mischte sich mit der Scham, die er empfand.
Reine Energie strahlte auf das verdreckte, blutgetränkte Schlachtfeld. Die Zerg wanden sich, als die Strahlen sie in Stücke rissen. Einige der Kreaturen hörten von einem Moment zum anderen einfach auf zu existieren. Juras spürte die Freude der Berserker, als sie sahen, wie ihre Feinde desintegriert wurden, und diese Freude mischte sich mit der Scham, die er empfand.
Sobald er einen Bereich in der Nähe des Hügels gesäubert hatte, manövrierte er das Schiff tiefer und aktivierte den Kurzstrecken-Transportstrahl. Die Berserker erkannten ihre Chance und hielten darauf zu. Die Aliens bedrängten sie von allen Seiten, dazu entschlossen, die eingekesselten Protoss nicht freizugeben. Die Berserker bahnten sich jedoch gewaltsam einen Weg, wobei einige von ihnen fielen. Juras sah, wie die Protoss den blauen Strahl erreichten, der Sicherheit versprach. Als sie sich dem Warp näherten, nahm das Tarnfeld des Mutterschiffs sie auf.
Die junge Kommandantin der Berserker, Martul, erreichte den Strahl als erste, doch sie blieb bei ihm stehen und schlug weiterhin die rasenden Aliens zurück, während ihre Leute vorbeihasteten. Juras konnte so dicht bei seinen eigenen Leuten die exotischeren Waffen der Moratun nicht einsetzen, Vortex oder Temporaler Riss waren nutzlos, doch auch die Energiestrahlen hielten die Aliens auf Abstand.
Der letzte Berserker erreichte das Ziel. Die ihn verfolgenden Zerg rauschten in einer Woge vorwärts. Martul streckte zwei von ihnen nieder. Der letzte Berserker zögerte knapp außerhalb des getarnten Geländes, bereit, ihr zur Hilfe zu kommen, als ihn einer der sichelförmig gekrümmten Arme schnappte und in den Mahlstrom der sich windenden Zerg zurückriss. Martuls Klingen wirbelten in Richtung des Arms, doch es war bereits zu spät: Der Berserker verschwand in der dichten Masse aus Aliens.
Martul machte einen Satz, dem Berserker hinterher, keinen Gedanken an ihre Wunde verschwendend, mit wirbelnden Klingen. Sie streckte drei, dann vier Gegner nieder. Doch die Aliens waren zu zahlreich und der Berserker verschwand im Chaos. Martul registrierte den Tod ihres Kameraden, schwang ihre Klingen in einem großen Bogen und sprang zurück in das Tarnfeld.
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ie Zerg würden bald eindringen. Sie rissen an der Tür, den Wänden, der Decke. Erekul spürte, wie die anderen Hohen Templer, seine Brüder und Schwestern, kämpften, wie sie starben. Ihm wertvolle Sekunden schenkten. Er schloss die Augen; die Khala pulsierte in ihm. Die kollektiven Gedanken und Gefühle seines Volks waren erfüllt von Chaos, Schrecken und Schmerz.Martul humpelte auf die Brücke.
„Es sind noch mehr dort unten“, sagte sie. „Eliminiert sie.“
„Gern geschehen, Kommandantin“, antwortete Juras. Selbst mit der beruhigenden Verbindung zur Khala war Juras' übliche Reizbarkeit im Umgang mit anderen in vollem Umfang zurückgekehrt.
„Das war keine Bitte“, sagte Martul.
Dies war Juras' Schiff. Er hatte es entworfen und gesteuert. Er hatte dieses junge Ding damit gerettet und er würde es ihr nicht zur Verfügung stellen, um damit noch mehr Schaden anzurichten. Wenn diese Berserkerin glaubte, er würde sich ihr einfach nur deswegen unterordnen, weil sie eine Kämpferin war und er ein Wissenschaftler, dann hatte sie noch viel zu lernen.
Ihre Augen verengten sich, als sie spürte, wie diese Gefühle in ihm hochstiegen. „Diese Kreaturen haben meine Krieger getötet“, sagte sie. „Meine Freunde. Und Ihr habt die Macht, sie zu zerstören. Wir befinden uns im Krieg.“
„Ich habe Euch gerettet, Kommandantin. Das muss für den Augenblick genügen. Wir werden nach Aiur gehen und dort werde ich mit der Konklave sprechen. Wir müssen mehr über diese Zerg herausfinden – vielleicht gibt es eine Möglichkeit, ihnen aus dem Weg zu gehen, den Frieden zu wahren.“
„Es wird keinen Frieden geben.“
„Ich werde das mit der Konklave besprechen.“
Martul wirbelte herum und stakste zur Tür. „Dann lasst uns nach Aiur aufbrechen. Ich werde mich in die Quartiere begeben und die Pläne dieses Schiffs studieren.“
„Glaubt nicht, dass Ihr mir die Moratun abnehmen könnt. Sie wird mir immer besser vertraut sein als Euch, und ich unterstehe direkt der Konklave.“
„Ihr wart zu lange von Eurem Volk getrennt, Wissenschaftler. Ihr habt den Verstand verloren“, sagte sie.
Als wir unseren Fehler erkannten, war es zu spät. Wenn man eine fremde Intelligenz einmal zerstört hat, ist sie unwiederbringlich.
„Als wir die Kalathi zerstörten, glaubten wir, das Richtige zu tun. Wir dachten, wir würden nach den richtigen Motiven handeln, glaubten, keine Wahl zu haben. Als wir unseren Fehler erkannten, war es zu spät. Wenn man eine fremde Intelligenz einmal zerstört hat, ist sie unwiederbringlich. Wie entsetzlich die Zerg auch erscheinen mögen, wir müssen mehr über sie lernen; wir müssen sie verstehen lernen. Es hängt zu viel davon ab.“
Martul starrte Juras einen Augenblick lang an, in ihrem Blick lag eine Mischung aus Wut und Mitleid. Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und verließ die Brücke ohne ein weiteres Wort.
Juras manövrierte die Moratun aufwärts, fort von dem Planeten, von den Zerg, von der Zerstörung. Er blickte hinaus in die Tiefen des Alls. Das Universum, in dem er sich nun wiederfand, war ganz und gar nicht, wie er es sich vorgestellt hatte.
Die Moratun warpte in ihr heimatliches Sternensystem, außerhalb des Orbits von Aleun, dem am weitesten entfernten Planeten. Die Brücke pulsierte vor Leben: Berserker arbeiteten an den verschiedenen Stationen und Konsolen, kontrollierten Energieniveau, Kristallfluktuationen und Waffenbereitschaft.
Martul stand neben Juras. Zwischen ihnen brodelte noch immer starke Spannung, unangenehm spürbar für die anderen Protoss. Es war Juras klar, dass das Universum ein härterer, gewalttätigerer Ort geworden war. Und die Protoss hatten sich mit ihm gewandelt, oder vielleicht als Reaktion darauf. Die junge Berserkerin an seiner Seite demonstrierte dies deutlich. Vielleicht könnte Juras‘ Anwesenheit dazu dienen, seinem Volk etwas Stabilität zu vermitteln.
Martul begann zu zittern. Juras blickte sie skeptisch an.
„Aiur“, sagte sie. „Aiur und die Khala.“
Juras hatte die beruhigende Präsenz der Khala gespürt, seit er erwacht war. In dieser Nähe zu Aiur hätte sie ihn mit der Wärme und der tröstlichen Anwesenheit von Milliarden von Protoss-Bewusstseinen erfüllen müssen. Doch stattdessen war da eine enorme Leere. Hunderttausende Protoss waren gestorben und ihre Abwesenheit hinterließ eine große Lücke in der Khala.
Juras bemerkte, dass er ebenfalls bebte.
Ohne darüber nachzudenken, wandte er sich zu Martul und berührte ihre Schulter. Es war eine unerhörte Geste der Intimität, doch beide Protoss waren vollkommen verstört durch die fürchterliche Erkenntnis.
In diesem Augenblick des Kontaktes geschah etwas ausgesprochen Ungewöhnliches: Juras konnte noch tiefer in Martuls Seele hineinsehen als durch die Verbindung der Khala. Er spürte ihre unnachgiebige Entschlossenheit, ihr Volk zu verteidigen, ihr Mitgefühl für die gefallenen Verbündeten, ihren Zorn auf die Zerg, für all das Leid, dass sie verursacht hatten. Unter all dem lag eine instinktive Abscheu vor der bloßen Existenz des gedankenlosen Schwarms. Nach einiger Zeit wandte Juras sich zur Konsole.
„Wir müssen nach Aiur gelangen“, sagte er und spürte die wortlose Zustimmung von Martul und all den anderen Protoss. Er brachte das Schiff auf Kurs und beschleunigte Richtung Aiur, wachsende Furcht in seinem Inneren. Aus dieser Entfernung erschien der Planet vollkommen friedlich.
Martul humpelte hinüber zu einer Waffenkonsole und übernahm die Kontrolle über einige der exotischeren Waffen der Moratun. Ihre Augen trafen sich für einen kurzen Moment mit denen Juras'. Die Spannung war zurückgekehrt: Sie war bereit, die Waffen des Schiffs offensiv einzusetzen. Und er war bereit, sie daran zu hindern. Es musste Hoffnung geben für die Zerg.
Sie traten in die Atmosphäre Aiurs ein und näherten sich der Wolkenschicht.
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ie Zerg würden bald eindringen. Sie rissen an der Tür, den Wänden, der Decke. Erekul spürte, wie die anderen Hohen Templer, seine Brüder und Schwestern, kämpften, wie sie starben. Ihm wertvolle Sekunden schenkten. Er schloss die Augen; die Khala pulsierte in ihm. Die kollektiven Gedanken und Gefühle seines Volks waren erfüllt von Chaos, Schrecken und Schmerz.Die stillen Wolken wurden plötzlich gesprengt, als sich haufenweise geflügelte Zerg herausschälten und das Schiff umzingelten. Vernichter tauchten heran, zersetzende Säure spuckend, während Mutalisken die Flanken umkreisten. Dutzende winziger Terrorzerg rammten die Schilde und explodierten. Weitere Mutalisken rasten heran, ihre Flügel flatterten und ihre runden Mäuler pulsierten bei ihrer Suche nach dem richtigen Angriffswinkel, um möglichst großen Schaden anzurichten.
„Feindkontakt!“, schrie ein Crewmitglied. „Die Schilde versagen schneller, als der Kristall kompensieren kann. Wir müssen diese Biester vernichten!“
„Das werden wir“, sagte Martul, ihre Hände flogen über die Konsole. Dann hielt sie inne. „Die Waffen reagieren nicht. Juras, was stimmt nicht mit Eurem Schiff?“
„Nichts“, sagte er ruhig, und manövrierte das Schiff durch den Zergschwarm. „Ich habe Euren Zugang zu den Waffensystemen aufgehoben. Wir sind hier, um herauszufinden, was unserem Volk zugestoßen ist, und um unsere Hilfe anzubieten. Wir wissen noch nicht genug über die Zerg, um einfach die Auslöschung des gesamten Volks zu rechtfertigen.“
„Ich hatte Recht: Ihr habt tatsächlich den Verstand verloren! Diese Terrorzerg werden Eure Schilde zerstören, und dann werden sich die Mutalisken und Vernichter über Euer kostbares Schiff hermachen!“
„Schilde bei achtzig Prozent.“
„Die Moratun kann sehr viel mehr Schaden einstecken und dennoch durchkommen. Wir haben die Wolken fast hinter uns gelassen“, sagte Juras. Er beschleunigte, einige der Zerg blieben dabei zurück. Eine weitere Schwadron der Kreaturen schälte sich in Angriffsformation aus dem Sonnenlicht.
Juras drehte scharf ab. Das enorme Mutterschiff war nicht auf Wendigkeit ausgelegt, und die Zerg passten sich mühelos an.
Juras drehte scharf ab. Das enorme Mutterschiff war nicht auf Wendigkeit ausgelegt, und die Zerg passten sich mühelos an.
„Schilde bei sechzig.“
„Gebt die Waffen frei, Juras!“
„Meine Schöpfung wird nicht für einen Völkermord dienen!“
Dutzende der Kreaturen tauchten auf Abfangkurs aus den Wolken auf. Juras ließ das Schiff steil absinken, wobei die Trägheitsdämpfer stark strapaziert wurden. Die Berserker mussten sich an ihren Konsolen festklammern, um nicht umgeworfen zu werden.
Sie traten in die unterste Wolkenschicht ein, wo eine neue Gruppe von Terrorzerg sich auf das Schiff stürzte und ihr Leben opferte, um ein wenig weiteren Schaden anzurichten.
„Schilde bei fünfzig Prozent – vierzig!“
Juras stabilisierte die Flugbahn der Moratun, beschleunigte das Tempo und ging gleichzeitig tiefer. „Fast unterhalb der Wolken“, dachte er, und erstarrte dann. Am Hinterkopf spürte er ein Prickeln an der Stelle, an der sämtliche Nervenstränge mit der Schädeldecke aufeinandertrafen. In der reflektierenden Oberfläche einer Konsole konnte er Martul hinter sich stehen sehen, aufrecht und starr, ein Arm ausgestreckt, eine Psi-Klinge in winziger Entfernung auf seinen Hinterkopf gerichtet.
„Unsere Heimatwelt wird von den Zerg angegriffen und wir werden sie bekämpfen“, sagte sie kalt. „Aktiviert die Waffensysteme.“
„Das werde ich nicht tun, Kommandantin. Es gibt einen anderen Weg.“
Zerg in allen möglichen Formen und Größen machten nun Jagd auf sie. Dutzende weitere rauschten heran, um sie aufzuhalten. Und noch mehr stiegen auf, um sie abzufangen.
„Schilde bei zwanzig.“
„Ich werde Euch töten.“
„Dann werden die Waffensysteme für immer blockiert sein und Ihr habt uns in die Ära des Zwistes zurückgestürzt.“
Sie tauchten aus der untersten Wolkenschicht heraus. Die Oberfläche ihres Planeten lag unverhüllt vor ihnen.
Eine brodelnde Masse, grau und organisch, bedeckte den Boden von Horizont zu Horizont. Hier und da ragten größere Klumpen hervor, Überbleibsel einst stolzer Bauten: Tempel, Behausungen, Universitäten. Wälder, Seen, Berge, alle waren verschwunden. Die von Adern durchzogene, pulsierende Masse bedeckte alles. Winzige Kreaturen zogen über die Oberfläche, drangen in sie ein, buddelten sich wieder hervor, bewegten sich ohne Ziel.
Martul hatte falsch gelegen; ihre Heimatwelt wurde nicht angegriffen. Sie war bereits besetzt.
Martul hatte falsch gelegen; ihre Heimatwelt wurde nicht angegriffen. Sie war bereits besetzt.
„Schilde bei zehn.“
„Aktiviert diese Waffen!“
Neue Horden von Zerg stürzten sich auf das Schiff, zerstörten die Schilde, bemühten sich, zu der gepanzerten Oberfläche darunter vorzustoßen.
Juras' Augen wurden von einer Bewegung auf der unter ihm liegenden Oberfläche gefangen genommen: eine Protoss, die in ihre Richtung hastete. Sie hatte sich versteckt gehalten, doch bei ihrem Anblick ihren Unterschlupf verlassen und hoffte nun auf Rettung. Juras manövrierte das Schiff hinab, näher zu ihr. Er konnte an ihren Symbolen ablesen, dass sie der Khalai-Kaste angehörte, wahrscheinlich eine Künstlerin oder Handwerkerin war.
Zerglinge tauchten aus dem Boden um sie herum auf und schnitten ihr den Weg ab. Juras beschleunigte, doch er wusste bereits, dass er sie nicht rechtzeitig würde erreichen können. Er stieß einen Entsetzensschrei aus, ohne klare Worte: dieser Protoss war keine Bedrohung für die Zerg! Sie war kein Krieger, kein Templer. Sie war noch nicht einmal in der Lage, zur Selbsterhaltung zu kämpfen. Es bestand keine Notwendigkeit, sie zu töten. Es bedeutete keinen Gewinn für die Zerg.
Sie stürzten sich auf sie und eine Fontäne aus Protossblut schoss aus der Masse der wimmelnden Zerg empor. Sie war verloren.
Für Juras stand die Zeit still. Er spürte das Gefühl von Dringlichkeit in jenen um ihn herum, spürte die Erschütterung des Schiffs unter den unausgesetzten Angriffen, spürte, wie sich die Spitze von Martuls Klinge in seinen Hinterkopf bohrte. Doch all das fühlte sich seltsam unwirklich an, wirkte fast bedeutungslos gegenüber dem, was er da eben durch die Konsole wahrgenommen hatte.
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ie Zerg würden bald eindringen. Sie rissen an der Tür, den Wänden, der Decke. Erekul spürte, wie die anderen Hohen Templer, seine Brüder und Schwestern, kämpften, wie sie starben. Ihm wertvolle Sekunden schenkten. Er schloss die Augen; die Khala pulsierte in ihm. Die kollektiven Gedanken und Gefühle seines Volks waren erfüllt von Chaos, Schrecken und Schmerz.Die Zerg hatten ein hilfloses Wesen auf der Flucht getötet. Und sie hatten es ohne jeden Grund getan; es war einfach geschehen, weil sie nicht zu ihnen gehört hatte.
In diesem Augenblick reifte in ihm endlich die Erkenntnis. Es gab keinerlei Einfühlungsvermögen in den Zerg, sie kannten keinen Kompromiss. Alles, was nicht zu ihnen gehörte, musste zerstört werden. Bewusstsein existierte in vielen Formen und diese stellte das genaue Gegenteil von allem dar, was er in Ehren hielt.
Juras hatte gewusst, dass die Möglichkeit bestand, dass fremdartiges Leben auch feindselig sein konnte, seine eigenen Interessen womöglich über alles andere stellte. Aber er war immer davon ausgegangen, dass hinter jeder Form intelligenten Lebens eine bestimmte Grundhaltung stand, ein Verständnis von Gemeinsamkeit. In diesem Augenblick reifte in ihm endlich die Erkenntnis. Es gab keinerlei Einfühlungsvermögen in den Zerg, sie kannten keinen Kompromiss. Alles, was nicht zu ihnen gehörte, musste zerstört werden. Bewusstsein existierte in vielen Formen und diese stellte das genaue Gegenteil von allem dar, was er in Ehren hielt.
Diese Form war auf jede nur erdenkliche Weise sein Feind.
Juras aktivierte sämtliche Waffensysteme – selbst den Vortex, den Temporalen Riss und das Wurmloch, von dem Martul nichts ahnte. „Macht schon!“, brüllte er. „Die Systeme sind bereit. Tötet sie; tötet sie alle.“ Martul stolperte zu ihrer Konsole zurück und die Berserker taten das, was ihnen am besten lag: sie kämpften.
Juras manövrierte das Schiff tiefer, damit seine Waffen auch die widerwärtigen Wesen auf dem Boden auslöschen konnten. Licht und Energie strahlten von der Moratun in alle Richtungen aus. Jetzt wurde endlich die gesamte Kraft des Mutterschiffs entfesselt. Zerg wanden sich, gingen in Flammen auf, explodierten. Wundflüssigkeit der Zerg benetzte die Schilde der Moratun; ihr Fleisch und ihre Eingeweide troffen von der Unterseite des Schiffs.
„Schilde stabil.“
„Erneuter Angriff“, berichtete ein weiterer Berserker.
„Waffensysteme ausgerichtet“, verkündete Martul.
„Übernehmt Ihr das Steuer“, erwiderte Juras. „Ich habe etwas anderes zu erledigen.“ Er schritt zu einer anderen Konsole und rief die Ergebnisse des Scans auf. Er erkannte, dass mittlerweile weitere Mutterschiffe eingetroffen waren, die dieselbe Notübertragung empfangen hatten wie er selbst. Sie warteten still und unbemannt an der Grenze des Sonnensystems. Doch das war es nicht, wonach Juras suchte. Er scannte die Planetenoberfläche nach Lebenszeichen. Eine enorme Anzahl von Lebenszeichen wurde ausgegeben, doch er sortierte weiter aus, suchte nach allem, was nichts mit den Zerg zu tun hatte. Es musste Überlebende geben, die sich irgendwo verbargen oder kämpften. Es musste jemanden geben, der ihm vom Schicksal seines Volkes berichten konnte. Juras würde sie retten und sich dann den Rückzug antreten. Aiur gehörte nun den Zerg.
Juras und Martul standen in der Krankenstation. Die Moratun leitete nun eine ganze Flotte von Mutterschiffen durch die Dunkelheit. Die Schiffe waren minimal bemannt: mit den Berserkern, die er ursprünglich gerettet hatte, und einigen wenigen Überlebenden von Aiur und ein paar entlegeneren Garnisonen, die sie aufgespürt hatten.
Von Zeit zu Zeit wurden sie von einem Zerg-Leviathan abgefangen, doch die Flotte machte kurzen Prozess mit ihnen.
Ein Protoss lag vor Martul und Juras, seine Augen waren dumpf vor Schmerzen, während die medizinische Versorgung der Krankenstation ihrer Aufgabe nachkam. Als sie ihn gefunden hatten, hatten seine schmerzgetränkten Gedanken darauf hingewiesen, dass es Protoss gelungen sein musste, von Aiur zu flüchten, doch er hatte das Bewusstsein verloren, bevor sie alle Informationen erlangen konnten. Die anderen Überlebenden hatten alle den Aufruf zur Evakuierung wahrgenommen, doch es war ihnen nicht gelungen, rechtzeitig das Warptor zu erreichen. Niemand wusste, wohin die Protoss verschwunden waren. Juras war ungeduldig, er wollte den Kranken befragen, doch Martul hatte ihn gezwungen, darauf zu warten, dass die Anzeigen der Krankenstation seinen Zustand als unbedenklich einstuften. Endlich war es so weit.
Eindrücke und Bilder entströmten ihm: enge Verstecke unter der Erde, stundenlanges Lauschen auf das verräterische Gekratze grabender Zerg. Alptraumhafte Augenblicke, Flucht in der Dunkelheit, die Furcht vor Hydralisken an jeder Ecke.
„Ich weiß nicht, wie lange ich ...“ Seine Gedanken waren durch den Schmerz vernebelt, ungenau. „Ich war lange unter der Oberfläche ... Ich konnte ... sie graben hören.“ Eindrücke und Bilder entströmten ihm: enge Verstecke unter der Erde, stundenlanges Lauschen auf das verräterische Gekratze grabender Zerg. Alptraumhafte Augenblicke, Flucht in der Dunkelheit, die Furcht vor Hydralisken an jeder Ecke. Das Zurücklassen der Gefallenen, die Empfindungen ihres Entsetzens und Schmerzes, als sie in Fetzen gerissen wurden.
Juras musste sich für einen Augenblick zurückziehen, um nicht vollends in der nicht enden wollenden Alptraumspirale zu versinken.
„Und alle anderen sind tot?“, fragte Martul, ihr Tonfall flach, hoffnungslos.
„Nein … nicht tot ... nur zu weit entfernt“, dachte der Protoss. Juras lehnte sich vor, eine winzige Flamme der Hoffnung brannte in ihm auf. „Warptor. Während der Invasion ... Dunkle Templer ...“ Der verletzte Protoss verstummte. Juras und Martul wechselten einen Blick. Die Dunklen Templer bildeten eine Seitenlinie der Protoss, Abtrünnige, die Aiur vor langer Zeit den Rücken gekehrt hatten. Fantasierte dieser Protoss womöglich? „Sie öffneten das Tor zu einer ... Welt.“
„Zu welcher Welt?“, fragte Martul sanft, ihre Berührung der Gedanken des Verwundeten war leicht wie eine Feder.
„Weit entfernt.“
„Wo?“ Juras Frage war dringlicher, er trat vor.
„Sehr weit ... “
„Konntet Ihr irgendetwas spüren, als das Warptor noch offen lag?“, fragte er mit Nachdruck. „Wir müssen unser Volk finden.“
„Weiß ... es nicht ...“
Juras spürte Martuls Hand auf seinem Arm, sie zerrte ihn zurück. Er drehte sich um, um sie zu betrachten. Vielleicht hatte er es tatsächlich geschafft, ihrem Weltbild neue Stabilität zu verleihen. Doch sie hatte das Gleiche für ihn getan.
Die Protoss waren noch immer am Leben, irgendwo weit entfernt. Juras und Martul würden die Mutterschiffe durch die dunklen Weiten des Alls steuern, bis sie ihr Volk gefunden hatten, und wenn es Jahre dauern sollte.
Dann würde Juras die Mutterschiffe den Protoss übergeben und sie würden Feuer und Tod über die Zerg bringen. Sie würden sich zurücknehmen, was ihnen gehörte.
Juras hatte immer davon geträumt, einer neuen, fremdartigen intelligenten Lebensform zu begegnen, die Schande seiner Verantwortung am Schicksal der Kalathi zu tilgen. Nun war es geschehen, sie war ihm begegnet, und sein einziger Wunsch war es, sie restlos zu vernichten.



